1. Chiemgauer Pflegetag 2006
1. Chiemgauer Pflegetag
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„Begegnung gestalten, Beziehung aufnehmen“
Dieses Jahr fand am 13. Oktober 2006 zum ersten Mal der Chiemgauer Pflegetag im Klinikum Traunstein statt. Die Resonanz für das Thema „Begegnung gestalten, Beziehung aufnehmen“, welches ein Zentrales Ziel der Basalen Stimulation® i. d. Pflege ist, war so groß, dass Teilnehmer weit über den Südostbayerischen Raum ins Klinikum gefunden haben.
Nach einem halben Jahr intensiver Planung haben die Organisatoren, Helga Grießenböck und Stefan Stanglmayr, ein vielfältiges und interessantes Programm mit erstklassigen Referenten aus dem Bereich der Basalen Stimulation® zusammengestellt.
Die Idee für diesen Pflegetag ist aus der täglichen Konfrontation in der Arbeit, bei der Betreuung vom Patienten, entstanden. Auf unserer Intensivstation, des Klinikums Traunstein, arbeiten wir an der Umsetzung der Basalen Stimulation®, ein Pflegekonzept für wahrnehmungsgestörte Patienten. Dieses Konzept stellt den Mensch in den Mittelpunkt unseres Handelns und akzeptiert jede Lebensform in ihrer entsprechenden Lebensart als lebenswert.
Oftmals geraten wir Pflegende an die Grenzen bei der Begegnung mit Schwerstkranken.
Die Anforderungen, welche an uns Pflegende gestellt werden, scheinen immer mehr zu wachsen und es bleibt kaum Zeit für die menschliche Auseinandersetzung.
Was ist mit den Menschen, die Zeit bräuchten für eine ruhige Berührung, ein liebes Wort, ein waches Auge um gesehen und ein offenes Ohr um gehört zu werden?
Findet der Pflegende in all seiner professionellen Routine noch die Fähigkeit, Zugang zu den Menschen zu finden, die für ihn schon nicht mehr zugänglich scheinen?
Dieser Pflegetag sollte motivieren, nicht nur die Defizite der anvertrauten Menschen zu erkennen, sondern über dies hinaus einen Weg zur pflegerischen Interaktion zu suchen.
Der Musiktherapeut Dr. rer. Medic. Ansgar Herkenrath gab uns Interessante Einblicke in seine Arbeit an einem Wachkomazentrum und stellte in seinem Vortrag „Klänge der Seele“- Der Mensch im Wachkoma als Partner - die Musik als Möglichkeit zum Dialog für Menschen im Koma dar.
„Der geplante Mensch“ in Pflege und Medizin, ein Vortrag von Prof. Hannich von der Uni Greifswald erörterte die Frage: Was macht gute Pflege aus?
Die Pflegewissenschaftlerin, Beatrix Döttlinger stellte in „Basale Stimulation®, eine Chance zur professionellen Nähe?“ eine Wissenschaftliche Arbeit vor, die die Erwartungen der Patienten an das Umfeld, die Pflegenden und Angehörigen erarbeitete.
Stefan Stanglmayr, Krankenpfleger auf der Operativen Intensivstation des Klinikum Traunstein, stellte in seinem Vortrag „Wachsen in der pflegerischen Begegnung“ Strategien, welche die Pflege im Umgang mit Krisen und Leid gewählt hat und innere Haltungen als Lösung bei der Konfrontation mit Krankheit vor.
Basale Stimulation® ein Pflegekonzept für wahrnehmungsgestörte Menschen ist zum Thema des Chiemgauer Pflegetages geworden.
Nach den fünf Workshops rund um das Thema „Begegnung gestalten, Beziehung aufnehmen“ (siehe Abstract) endete der Tag mit einer kurzer Zusammenfassung und Verabschiedung von Frau Margit Hatz-Casparis, die Vorsitzende des Vereins Basale Stimulation® i. d. Pflege, welche extra aus der Schweiz angereist war. !

