Texte Basale Stimualtion in der Therapie

 

Ursula Büker

Die Zeit heilt alle Wunden ­oder? (PDF)

Almut-Hildegard Meyer

Überlegungen und Anregungen zur Situation Schwerstbehinderter

Stellen Sie sich vor, es juckt Sie ganz stark, fast stechend im Rücken. Sie erreichen diese Stelle partout nicht und es ist niemand da, den Sie bitten können, dort zu kratzen.

Wie fühlen Sie sich in dieser Situation ? Hilflos? Ärgerlich? Traurig? Wütend, dass niemand da ist, der helfen kann?

Ähnlich, aber wohl viel extremer, mag es vielleicht Schwerstbehinderten ergehen, die bei Missbehagen nicht selbst für Abhilfe sorgen können, aber, selbst, wenn jemand anwesend ist, nicht äußern können, was sie stört.

Der Pflegende sollte deshalb umso sensibler für mögliche, kleine Anlässe von Unbehagen sein.

Aus der Erfahrung stark Körperbehinderter sind folgende schwer zu erkennende Anlässe für Unbehagen bekannt:

  • Plötzliche Überempfindlichkeit auf Berührungen an einer Körperstelle, an der das sonst nicht der Fall ist. Dies gilt vor allem für leichte Berührungen. Eine derartige Überempfindlichkeit kann bis zur Übelkeit führen.
  • Wechselnde, schmerzhafte Druckstellen in Orthesen. Solche Stellen müssen nicht unbedingt an Rötungen zu erkennen sein. (Es wäre deshalb aber falsch, Orthesen nur locker anzulegen, denn dann verlieren sie ihre Funktion, und die übermäßige Bewegungsfreiheit in ihnen kann erst recht zu Scheuerstellen führen.)
  • Etwas verrutschte und verdrehte Kleidung. Zum Beispiel kann eine verdrehte Ärmelnaht oder ein leicht hochgerutschter Pullover, bei dem dann der Ausschnitt den Hals berührt, solches Unbehagen auslösen, vor allem bei Wahrnehmungsstörungen oder Überempfindlichkeit (Hyperästhesien).
  • Essensreste, die beim Schlucken statt nach unten in die Speiseröhre nach oben in den Nasenrachenraum gelangt sind. Sie kommen dann erst nach längerer Zeit zurück, können aber sehr störend sein.

 

Almut Hildegard Meyer ist selbst schwer körperbehindert und auf ständige Assistenz angewiesen. Sie bat darum, dass ihre Zeilen aus der Sicht und Erfahrung Betroffener hier veröffentlicht werden.

 

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