Wissenschaftliche Beiträge Basale Stimulation
Hier veröffentlichen wir wissenschaftliche Beiträge oder studentische Arbeiten in denen das Konzept der Basalen Stimulation zu finden ist. Sie sollten von den zuständigen Hochschullehrern als „lesewürdig“ angesehen werden. Es können dies auch Arbeiten sein, die das Konzept der Basalen Stimulation kritisch-konstruktiv hinterfragen oder Teilaspekte einer grundsätzlichen Kritik unterziehen.
Es kommen sowohl Hausarbeiten, wie Referatausarbeitungen in Frage, sofern sie für sich stehend lesbar sind. Examens- und Diplomarbeiten können nur in Form einer Zusammenfassung in unsere Dokumentation aufgenommen werden, in Einzelfällen kann davon eine Ausnahme gemacht werden.
Ebenso sind Praktikumsberichte erwünscht, wenn sie sich ausdrücklich mit Erfahrungen aus dem Bereich Basale Stimulation in der Pädagogik, Therapie oder der Pflege befassen.
Selbstverständlich weisen wir auf die Autoren, die Hochschule und auf die wissenschaftlichen BetreuerInnen hin, dazu erbitten wir dann die entsprechenden Angaben.
Kontakt: info(at)basale-stimulation.de
Andreas Fröhlich / Lars Mohr (Beirat Int. Förderverein Basale Stimulation e. V.)
Blick in die Zukunft: Die Einrichtung von Kompetenzzentren
für Entwicklungsförderung und Lebensbegleitung bei kognitiver und schwerster Behinderung
--- eine Studienarbeit im interdisziplinären Kontext- Pädagogik, Therapie und Pflege ---
Patricia Tolle
Pflegewissenschafts - Arbeit von Frau Dr. Patricia Tolle, Uni-Bremen
Titel: Erwachsene im Wachkoma
Antonie Haut
Wie erfahren Intensivpflegende die Umsetzung der Basalen Stimulation?
Diese Frage wurde am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf pflegewissenschaftlich untersucht.
Die Ergebnisse machen deutlich, das Pflegende hierbei an unterschiedliche Grenzen geraten.
Autorin: Antonie Haut, MScN Bremen <mail>
Abstract:
Die Masterarbeit stellt eine erste Untersuchung im Rahmen der Ausschreibung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) dar, die Umsetzung von Basaler Stimulation, ein Pflegekonzept für die Kommunikation mit wahrnehmungsbeeinträchtigten Menschen, wissenschaftlich zu untersuchen. Explorative Gespräche, eine Gruppendiskussion mit Intensivpflegenden im UKE sowie relevante Literatur bieten Hinweise, jedoch keine wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse zum multi-faktoriellen Umsetzungsprozess. Ziel ist, aus Sichtweise von Intensivpflegenden Erkenntnisse über jene Faktoren zu gewinnen, die den Prozess förderlich und hinderlich beeinflussen. Methodisch lehnt sich das qualitative Vorgehen an den Forschungsansatz der Grounded Theory an. In Einzelinterviews wurden 15 Intensivpflegende befragt, die das Konzept in Aus-, Fort- und Weiterbildungen im UKE vermitteln, lernen und in der täglichen Praxis anwenden, sowie sich an seiner Umsetzung um strukturellen Kontext beteiligen.
Der komplexe Umsetzungsprozess von Basaler Stimulation findet im Kontext struktureller und individueller Faktoren statt. Er beinhaltet die Interaktion aller Beteiligten sowie die Kommunikation zwischen Patienten und Pflegenden. Als zentrales Ergebnis dieser Untersuchung stellt sich heraus, dass Intensivpflegende beim Umsetzen dieser, ihrem Wortlaut nach, anderen Pflege an unterschiedliche Grenzen geraten. Die Grenzen beziehen sich auf die eigene Person und andere Personen, auf die strukturellen Rahmenbedingungen, das Konzept sowie das System der Intensivmedizin und -pflege. Die Reaktionen der Pflegenden auf die Grenzerfahrungen äußern sich in Form von Distanz, Anpassung und Auseinandersetzung. Eine erfolgreiche Umsetzung des Konzeptes und Überwindung der Grenzen wirken sich positiv auf das Wohlbefinden der Patienten und das pflegerische Handeln aus, was zur individuellen und professionellen Weiterentwicklung beiträgt.
Basale Stimulation als professionelle, leiborientierte Kommunikationsform stärkt die Profession der Pflege in Abgrenzung zur Medizin und tradierten Pflege und weist auf einen essentiellen pflegerischen Verantwortungsbereich hin. Die Umsetzung des Konzeptes in der Praxis wird durch strukturell, individuell und konzeptuell bedingte Faktoren begrenzt. Ausgehend von den Ergebnissen dieser Arbeit sind weitere Untersuchungen in Bezug auf das Konzept, seine Vermittlung und Implementierung notwendig. Der Praxis ist zu empfehlen, den Widerspruch zwischen den Anforderungen an eine Umsetzung und den strukturellen Gegebenheiten zu klären, um eine effective praxisnahe Vermittlung und Umsetzung zu gewährleisten.
Der ganze Artikel wurde uns von Bibliomed-Verlag zur Verfügung gestellt
Anke Helmbold, Uni Witten
Beim Berühren handelt es sich um ein für die Pflege fundamentales Phänomen, welches Bestandteil der meisten pflegerischen Handlungen ist. Berühren ist eng mit Emotionen verbunden, die sich auf die Durchführung der Handlung auswirken können. Speziell in der Pflege unterscheiden sich die Berührungssituationen von Anderen, durch den Fremdheitsgrad der Interagierenden Personen und die gleichzeitige Intimität der Handlung. Sie weisen ein weites Spektrum im Bezug auf Auftreten und Erleben auf und spielen im Alltag von Pflegepersonen eine entscheidende Rolle. Die Literaturlage zu diesem Themenbereich ist sehr einseitig. In der deutschsprachigen Literatur liegen vorwiegend Erfahrungsberichte vor, während die anglo-amerikanische Forschung pflegerische Berührung vorwiegend in quantitativen Studien untersuchte und sich damit auf wenige Faktoren bezieht, die sie miteinander in Verhältnis setzt. Im Gegensatz dazu hat die vorliegende Arbeit eine vollständige Beschreibung des Phänomens Berühren in dem spezifischen Kontext der Krankenpflege zum Ziel. Damit handelt es sich um eine grundlegende Arbeit die aufzeigen soll, was das Phänomen in der Krankenpflege zu dem macht was es ist. Auf der Basis von 23 Interviews mit Pflegenden wurde die Bedeutung des Berührens aus Sicht von Pflegenden erkundet. Die phänomenologische Untersuchung entlehnt ihr Auswertungsverfahren dem Vorgehen von Max van Manen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung gliedern sich in drei Bereiche: Es konnte eine Vielzahl an Merkmalen ermittelt werden, die den Kern des Phänomens als Handlung beschreiben. Zudem wird der Bedeutung nachgegangen, die Berührung aus der Sicht von professionell Pflegenden einnimmt. Diese steht mit kommunikativen Aspekten in Zusammenhang. Spezifische Gegebenheiten der Pflegesituation charakterisieren schließlich die pflegerische Berührung in Abgrenzung zur Berührung allgemein. Damit beschreiben die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit pflegerische Berührung als Phänomen und dringen zu dessen Bedeutung im pflegerischen Kontext vor. Sie relativieren die Faktoren, die bislang in Verbindung mit Berührung in der Krankenpflege beforscht wurden und beleuchten neue Merkmale, Bedingungen und Bedeutungen, welche spezifisch für pflegerisches Berühren sind.
Berührung, Berühren, Pflege, Kommunikation
Touching in Nursing
Intentions, Messages and Meaning
Touch is a fundamental phenomenon in nursing, especially since it is required in most nursing actions. Touch is firmly linked to emotions which may affect the caring action itself. Situations involving touch differ from other nursing situations because the person carrying out the procedure is a professional and also because of the intimacy of the procedures itself. Touch features a broad spectrum of emotions and plays an important role in nurses’ day to day interactions.
Literature covering this subject is very one-sided. While German literature appears to report studies primarily on experience, the Anglo-American research concentrates on quantitative studies by elaborating on relations of different influencing factors. The following paper aims to describe the phenomenon of touch by describing touch as phenomenon within the nursing context. Therefore, this thesis is a basic work which puts the phenomenon in nursing where it belongs. Touch from the nursing perspective was investigated, based on 23 interviews with nursing personnel. This was followed by phenomenological research based on methods introduced by Max von Manen.
Results are grouped in 3 sections: A number of characteristics of touch could be identified which illustrate the core of the phenomenon as action. In addition the results describe the meaning of touch from the viewpoint of the nursing staff. The latter is firmly linked to aspects of communication. Specific occurrences inside the nursing interaction finally characterise touch in nursing in contrast with touch in general.
The results of this work describe nursing touch as a phenomenon and expand its meaning within the nursing context. They put factors which have been researched in the nursing context into perspective and highlight new criteria, reasons and meanings which are specific to nursing.
Touch, touching, nursing, communication
Veröffentlichungen zur Promotionsarbeit
Berühren und Berührtwerden in der Pflege [Abdruck des Vortrags auf der Dritten Internationalen Konferenz Pflegetheorien in Nürnberg] PR-INTERNet für die Pflege 7-8/01, 49-52
Berühren in der Pflegesituation. Intentionen, Botschaften und Bedeutung. Buchveröffentlichung wird 2007 im Verlag Hans Huber erscheinen
Vorträge zur Promotionsarbeit
Die Bedeutung des Berührens von Patienten aus Sicht der Pflegekundigen. Zweite Internationale Konferenz Pflegetheorien in Nürnberg im September/Oktober 1999
Berühren und Berührtwerden in der Pflege. Dritte Internationale Konferenz Pflegetheorien in Nürnberg im April 2001
Pflegerisches Berühren. Münchner Pflegekongress Oktober 2004
Andrea Schiff
Titel Dissertationsschrift: Pflegerische Interventionen zur Schlafförderung älterer Menschen. Zur Auswirkung der Atemstimulierenden Einreibung
Krankenschwester, Diplom-Pflegewirtin FH, Dr. rer. medic., zur Zeit freiberuflich tätig
Zusammenfassung
Hintergrund
Im höheren Lebensalter leidet fast die Hälfte der Menschen an Ein- bzw. Durchschlafstörungen. Insgesamt nehmen etwa ein Drittel aller älteren Menschen Schlafmittel ein, zum Teil täglich. Schlafmittel sind mit beträchtlichen Folgekomplikationen verbunden, z. B. erhöhte Sturzgefahr durch Schläfrigkeit. Vor diesem Hintergrund wird eine pflegerische Intervention, die Atemstimulierende Einreibung (ASE) von der angenommen wird, dass sie eine entspannende und schlaffördernde Wirkung hat, untersucht. Im Zentrum steht dabei die Bedeutung des Körperkontaktes und dessen Auswirkung auf Entspannung und Schlaf.
Design und Methode
Die ASE wird mit einer zweiten Intervention verglichen, bei der es, anders als bei der ASE, zu keiner körperlichen Zuwendung kommt. Diese, eine Atemübung, wird, wie die ASE, vor dem Einschlafen durchgeführt. Dabei bleibt das rhythmische Handeln erhalten, die Konzentration auf das Atmen ist gleich. Zeitlich sind beide Interventionen gleichen Umfangs. Jedoch findet bei der Alternativintervention kein Körperkontakt statt.
Für diese Untersuchung wurde ein quantitatives Forschungsdesign mit quasi-experimentellem Charakter gewählt. Die Interventionen wurden im Rahmen eines Crossover-Designs mit 26 Bewohnern der stationären Altenhilfe miteinander verglichen (2-mal je 6 Abende pro Intervention). Untersucht wurden zum einen die Veränderungen des Schlafes anhand unterschiedlicher Dimensionen (standardisiertes Interview). Zum zweiten wurden als Zeichen für Entspannung physiologische Parameter direkt vor bzw. nach der jeweiligen Intervention erfasst, um deren mögliche Veränderungen festzuhalten. Zum dritten beschrieben die Studienteilnehmer das Erleben der Interventionen und verglichen diese am Ende der Studie miteinander (qualitativ).
Feld
Die Studie wurde mit älteren Menschen in Altenpflegeheimen durchgeführt, da hier die Einflussfaktoren (z. B. im Vergleich zu einer Klinik) noch am ehesten konstant gehalten werden können. Die Studie fand in Zusammenarbeit mit einer Altenpflegeschule und ihren kooperierenden Einrichtungen statt. Die Auszubildenden waren in die Forschung eingebunden, indem sie die Interventionen durchführten.
Ergebnisse
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es zwischen den beiden Interventionen hinsichtlich der Veränderungen des Schlafes und der gemessenen Entspannungsparameter kaum Unterschiede gibt. Beide Interventionen wirken eher kurzfristig, d. h. auf Entspannung und Einschlaflatenz. Im Erleben der Interventionen zeigen sich dagegen deutliche Unterschiede. Ein wesentlicher Faktor, der die ASE von der Atemübung unterscheidet, ist die Berührung während der Intervention, die als besonders wohltuend wahrgenommen wird.
Insgesamt gibt die Studie deutliche Hinweise darauf, dass Körperkontakt und persönliche Zuwendung in der Situation des Zubettgehens für Entspannung und Schlaf bedeutsam sind. Hierbei spielt die Kontinuität durch ein Abendritual eine wichtige Rolle. Die Studie zeigt aber auch, dass der Einfluss von Umgebungsfaktoren (z. B. Lärm und Störungen) auf den Schlaf erheblich sein können und die angewendeten Interventionen in ein Gesamtkonzept zur Schlafförderung eingebettet werden müssen.
Birgit Werner
Das Erleben kompensatorischer Mundhygiene aus der Perspektive von Menschen mit schwersten Bewegungs- und Sensibilitätseinschränkungen aller Extremitäten (Tetraplegie)
„…besser ist natürlich selber…“
Masterarbeit
Universität Witten/Herdecke
Medizinische Fakultät
Institut für Pflegewissenschaft
Birgit Werner, Juli 2006
Zusammenfassung:
Die vorliegende Untersuchung liefert eine Annäherung an den Prozess des Erlebens kompensatorischer Mundhygiene aus der Perspektive der davon betroffenen Personen. Ziel der Arbeit ist es, durch einen tieferen Einblick in das Erleben des Mundhygieneprozesses besser verstehen zu können, was während der Interaktionen zwischen den beteiligten Akteuren geschieht. Dieses Wissen soll dazu dienen, professionell Pflegende dabei zu unterstützen, Menschen eine verbesserte Mundhygienepraxis anbieten zu können. Hierbei stellten sich im Vorfeld folgende Fragen: Wie erleben und beschreiben Betroffene kompensatorische Mundhygienemaßnahmen? Welche Faktoren beeinflussen das Erleben? Und welche Bedeutung haben diese Mundhygieneerlebnisse für die betroffenen Personen?
Zur Annäherung an die Fragestellungen wählte die Forscherin ein qualitatives Untersuchungsdesign. Die Datenanalyse orientierte sich dabei an den methodologischen Verfahren und Vorgehensweisen der Grounded Theory. Die Gruppe der Studienteilnehmer bestand aus sechs Menschen mit Tetraplegie und einer Person, die aufgrund körperlicher Schwäche postoperativ nicht in der Lage war, ihre Mundhygiene selbstständig durchzuführen. Die Interviews wurden stets mit einer Erzählaufforderung eingeleitet, mit dem Ziel, möglicht lange narrative Passagen zu erhalten. Die Interviewführung orientierte sich an einem Gesprächsleitfaden. Die Daten wurden nach der von Strauss & Corbin (1996) vorgeschlagenen Verfahrensweise ausgewertet.
Das Erleben kompensatorischer Mundhygienemaßnahmen findet bei den Studienteilnehmern vor dem Hintergrund statt, aufgrund unterschiedlicher körperlicher Einschränkungen für ihre komplette Mundhygiene auf andere Personen angewiesen zu sein. So erleben sie vor bzw. während des kompensatorischen Mundhygieneprozesses „Störungen“. Diese Störungen werden als eine Diskrepanz zwischen einem ehemals vertrauten und dem während der Intervention erlebten Mundgefühl wahrgenommen. Die Dimensionen des wahrgenommenen Mundgefühls erstrecken sich von „vertraut“, d.h. „fast wie selber machen“, bis hin zu „extrem fremd“. Der Fremdheits- bzw. Vertrautheitsgrad des erlebten Mundgefühls wird von den Studienteilnehmern jeweils vor dem Hintergrund ihres persönlichen Situationserlebens beurteilt. So bewerten Studienteilnehmer z.B. annähernd gleiche Mundhygieneereignisse von völlig problemlos bis hin zu absolut traumatisch. Als zentrales Thema der Studienteilnehmer kristallisierte sich die Kategorie „sich als wirksam erfahren“ heraus. Dies meint, dass die Möglichkeit des Studienteilnehmers zur Selbststeuerung und somit zur Selbstkontrolle in der und über die Intervention von zentraler Bedeutung für das Erleben eines vertrauten bzw. fremden Mundgefühls ist. Je mehr Selbststeuerung von dem Studienteilnehmer ausgeübt werden kann, desto vertrauter fühlt sich das erlebte Mundgefühl an. In ihrem Streben nach einem vertrauten Mundgefühl – nach einem Mundgefühl, dass sich „wie selber machen“ anfühlt, entwickeln die Studienteilnehmer unterschiedliche Strategien, die im Rahmen der Untersuchung aufgezeigt werden.
In der Pflegepraxis soll diese Untersuchung als eine erste Sensibilisierung für das Phänomen „Mundgefühl, seine beeinflussenden Faktoren und deren Bedeutung für die davon betroffenen Personen dienen. Sie soll zu einer noch sorgsameren und reflektierteren Vorbereitung und Durchführung kompensatorischer Mundhygieneinterventionen beitragen. Die pflegewissenschaftliche Relevanz der Studie begründet sich darin, einen kleinen Bereich einer komplexen Wahrnehmungssituation beleuchtet und erste systematische Einblicke in das sich dabei entwickelnde Phänomen „Mundgefühl“ geliefert zu haben. Die gewonnenen Erkenntnisse sollten in weiterführenden Untersuchungen überprüft und möglicherweise interdisziplinär weitergedacht werden. Grenzen dieser Studie sind in der Stichprobenbildung (theoretische Sampling) zu sehen, was bei der Übertragbarkeit und Generalisierbarkeit der Ergebnisse auf andere Personengruppen bedacht werden sollte.
Kontakt: werner.birgit(at)t-online.de
Ansgar Schürenberg (Beirat Int. Förderverein Basale Stimulation e. V.)
Basales Berühren
Ein Entwurf im Ausgang vom Konzept Basale Stimulation in der Pflege und er Phänomenologie der Leiblichkeit
Bachelor Arbeit für Studiengang Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke. Abschluß: Bachelor of Science in Nursing.
Vorgelegt von Ansgar Schürenberg 2003.
Veröffentlicht in: Schnell, M.W. (Hrsg.): Leib.Körper.Maschine. –Interdisziplinäre Studien über bedürftige Menschen. Verlag selbstbestimmtes leben, Düsseldorf 2004
Zusammenfassung
Die phänomenologischen Beschreibungen des `Körpergesprächs´ durch die Philosophen Waldenfels, Merleau-Ponty und Fuchs werden anhand von jeweils 5 Aspekten der heilpädagogischen Beschreibung eines `somatischen Dialogs´ aus der Basalen Stimulation des Sonderpädagogen und heilpädagogischen Psychologen Fröhlich gegenübergestellt.
Dabei wird aufgezeigt, dass die wesentlichen Aussagen gleich sind und sich daraus eine gleiche Anthropologie entwickeln lässt. Einzelne Lücken bei den heilpädagogischen Ausführungen können durch Aussagen der Philosophen geschlossen werden. Hierdurch werden aus den philosophischen Gedanken (Pflege-) praktische Handlungen abgeleitet, so dass in Bezug auf `Berührung in der Pflege´ eine praxisorientierte Ethik unter dem Namen `Basales Berühren´ als Ergebnis beschrieben wird.
Dabei wird der Unterschied zwischen `bloßem Berühren´ und `handelndem Berühren´ erörtert. Der Aspekt des Handelns wird dabei als das Typische professionell-pflegerischen Berührens bestimmt.
Körperkontakt innerhalb der Pflege von schwerstbeeinträchtigten Menschen ist unvermeidbar, denn die meisten Maßnahmen sind ohne Berührung nicht möglich. Darüber hinaus ist pflegerische Berührung zwingend kommunikativ, lässt Beziehung und Haltung des Pflegenden zum Patienten spürbar werden, auch wenn es der Pflegekraft nicht bewusst wird.
Das hier entwickelte Basale Berühren will eine Berührungskultur in der Pflege (neu) be-gründen und professionelles Berühren noch gründlicher machen. Es ist damit die praktische Umsetzung des `Körpergesprächs´ und gleichzeitig die Konkretisierung des `somatischen Dialogs´ in der Pflege innerhalb alltäglicher Lebensaktivitäten bzw. der Unterstützung durch die Pflegekräfte dabei.
Beobachtung von Berührung innerhalb elementarer Pflegehandlungen
Masterarbeit-Arbeit für Studiengang Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke. Abschluß: Master of Science in Nursing. Vorgelegt von Ansgar Schürenberg 2006.
Zusammenfassung Berührung ist neben der verbalen Sprache das wichtigste Element innerhalb pflegerischer Interaktion mit dem Patienten. Ihre Bedeutung gegenüber der verbalen Sprache steigt proportional zur körperlichen Pflegebedürftigkeit. Dies bezieht sich sowohl auf die Dauer und Häufigkeit wie auch auf die Qualität. Hierbei wiederum haben spezielle Berührungsmaßnahmen wie Einreibungen, Handauflegen und Massagen nur einen verschwindend geringen zeitlichen Anteil. Solche Maßnahmen und Konzepte werden zunehmend erforscht.
Elementare Pflege-Handlungen (z.B. waschen, positionieren) wurden bisher nur theoretisch erörtert. Außerdem fehlt es an geeigneten Instrumenten sie angemessen zu erforschen. Mit dieser Arbeit wird eine Methodik vorgestellt, welche auch die analogen, das heißt die für sich sprechenden Anteile von Berührung, erfasst. Mit Hilfe von videounterstützter Beobachtung werden für Dritte sichtbare und durch Interviews mit den Pflegenden, unsichtbare Anteile wie Intention oder Empathie erfasst. Für weitere oder ähnliche Forschungsprojekte werden Empfehlungen zusammengestellt zur Aufnahmetechnik, Settinggestaltung und Datenanalyse. Zur Entwicklung der Instrumente und Verfahren wurden zweimal ca. 25 Minuten elementare Pflegehandlungen auf einer Intensiv-Pflege-Station durch zwei bzw. vier Pflegende bei zwei verschiedenen Patienten beobachtet und aufgezeichnet. Die Primärpflegende wurde jeweils nach der Pflegezeit fokussiert interviewt. Die an der Grounded Theory orientierte Auswertung einer der Beobachtungen mit Hilfe der im Rahmen dieser Arbeit entwickelten `Beobachtungssynopse´ zeigt, dass auch wenn keine speziellen Massagen zu sehen waren, ein Teil der berührungsintensiven Maßnahmen von der Pflegekraft spezifisch gestaltet wurden. Teilweise entwickelte der Pflegende durch Wiederholungen und Vereinfachung eine spezielle „Berührungssprache“, die dem Patient verständlich war. Diese Sprache konnte jedoch nur an wenigen Stellen und nicht durchgehend beobachten werden. Entwickelt hat der Pfleger sie mit dem Hintergrund des Konzeptes `Basale Stimulation in der Pflege´. Besonders stark verändert waren die Berührungsqualitäten wenn eine zweite assistierende Pflegeperson hinzukam. Während der Beobachtung erschien die Pflege deutlich personenbezogener, wenn die Pflegenden der Patientin dabei „ins Gesicht sahen“ und mehr noch, wenn sie am Gesicht durchgeführt wurde. Mögliche Auswirkungen solcher Inkongruenzen auf die Patientin werden diskutiert.
Ansgar Schürenberg
Email: a.schuerenberg(at)arcor.de
Ansgar Schürenberg
Basal touch
The definition of this term based on the concepts of Basal Stimulation in nursing and the phenomenology of the body (Leib) according to B. Waldenfels and T. Fuchs
Summary
The phenomenological descriptions of “corporeal dialogue” (“Körpergespräch”) by the philosophers Waldenfels, Merleau-Ponty and Fuchs will be compared in turn with five aspects of a “somatic dialogue”(“somatischer Dialog”) from Basal Stimulation by the special needs pedagogue and psychologist Fröhlich. It will be shown that their basic statements are essentially the same, and promote an identical anthropology. Individual gaps in the implementation of special needs education can be filled by the philosophers’ statements. As a result, practical nursing concepts can be derived from the philosophical ideas, in order to define “practical ethics” based on “touch in nursing”, thus defining “basal touch”. The differences between “mere touch” and “acting touch” will be discussed and the aspect of the actions of typical professional nursing touch will be defined. Contact in the care of severely-disabled people has an inevitable nature; most actions are not possible without it. Beyond that, contact whilst nursing is compellingly communicative and makes the relationship and the situation between nurse and patient tangible, even if the nurse is unaware of this. This new basal touch strives to redefine a (new) culture of touch.
Observation of physical contact within elementary nursing actions
Summary
Physical contact is second only to verbal contact as the most important element in nursing interaction with the patient. Its importance in relation to verbal contact rises proportionally with the intensity of the need for physical nursing. This is measured both in terms of duration and frequency and also in the quality. Special contact techniques such as applications, the laying on of hands and massages represent a negligible amount of time. Such techniques and treatments are becoming increasingly the focus of studies. Elementary nursing actions such as washing or positioning, in comparison, have only been theoretically discussed. The methods of analysing these actions are not available.
This thesis presents a methodology with which the analogue, obvious elements of physical contact can be quantified.
Video supported observation clearly documents directly visible and more subtle nuances such as empathy and the intentions behind the actions during interviews with the nursing staff. Recommendations to aid further or similar projects regarding recording techniques and the setting are made, as are methods to analyse the data gathered.
The development of these procedures were the result of data gathered during two periods of elementary nursing care (each approx. 25 minutes) on an ICU carried out by two or four nurses on two different patients. In each case the senior nurse was the focus of the interviews.
The Grounded Theory orientated evaluation of one of the observations using methods developed in Observational Synopsis clearly shows that even when no special massages were visible, part of the contact-intensive nursing was carried out in a particular way. It was noted that the nurses developed a contact dialogue through repetition and simplification, which the patients could understand. This dialogue was only observed in isolated incidents and not continuously. The nurse developed them techniques from “Basal Stimulation in nursing”. The quality in physical contact during the nursing was markedly changed when a second nurse participated. The observation clearly showed the nursing to be considerably more personal when the nurse “looked the patient in the eyes” and even more so when the nursing involved the facial area. Possible effects of these incongruities regarding the patient are discussed.
Ansgar Schürenberg

